Geschichte
Die
Stadt Gross-Betschkerek ist eine der ältesten und schönsten Städte des
Banates.
A.
Geschichte des Banates
Wie
Herodot, der Vater der Geschichte berichtet, lebten im Gebiet des heutigen
Banats
Nach
dem Untergang der
die
jedoch im 8. Jahrhundert
verdrängt
wurden.
Ende
des 9. Jahrhundert n.Chr. kamen die aus dem Osten kommenden Madjaren ins
B.
Geschichte der Stadt Gross-Betschkerek
„Aus
einer Wüste ward ein blühend Eden,
Aus
Sümpfen hob sich eine neue Welt,, diese Worte des Banater
Heimatdichters
Adam Müller-Guttenbrunn, sind die beste Beschreibung der Entstehung und
Entwicklung der Stadt Gross-Betschkerek. Die Gegend des Banates in der die Stadt
gegründet wurde gehört zum Gebiet des Theisser-Flachlandes mit vielen Bächen
und Sümpfen. Bei archäologischen Ausgrabungen wurde festgestellt, dass dieses
Gebiet schon in der vorgeschichtlichen Zeit von Menschen bewohnt war. So wurde
bei Ausgrabungen in der Nachbar-Gemeinde Aradac die Reste einer Ansiedlung aus
der jüngeren Steinzeit freigelegt.
Das
Banat war Jahrhunderte lang die „Eingangspforte" für Asiatische-Völker
nach Mittel- und Südeuropa.
Die historische Entwicklung der Stadt Gross-Betschkerek, als Mittelpunkt des westlichen Banates, ist daher auch sehr stark durch die wechselhafte Geschichte des Banates geprägt.
C. Zeittafel zur Geschichte der Stadt Gross-Betschkerek
( Mit Auszügen aus " Die Geschichte der Stadt Veliki Beckerek 1333-1918 " von Felix Milleker , veröffentlicht 1933 )
Die Stadt liegt
38 Grad l" östlicher Länge und 45 Grad 23' nördlicher Breite sowie mit
der höchsten Erhebung 90 m über N.N. an der tiefsten Stelle 79 m über N.N.
auf beiden Seiten des Flusses Bega, die bei Rudolfsgnad mit einem zweiten Arm in
die Theiß mündet.
Die Stadt heißt
heute Zrenjanin.
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1333 - 1551 |
Urkundliche Erwähnung^ einer Pfarre die päpstlich zehntpflichtig ist. Seit 1390 erfolgten Türkeneinbrüche, die diese Gegend unsicher machten. |
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25. Sept. 1551 |
Betschkerek wird von den Türken erobert und bleibt bis 1716 unter türkischer Oberhoheit. Betschkerek wird unter der Türkenherrschaft eine volkreiche, blühende Stadt mit vorzüglichem Weinbau. 1698 fällt Betschkerek vorübergehend unter die Kontrolle der kaiserlichen Truppen unter Prinz Eugen. |
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1716 - 1769 |
Groß-Betschkerek wird kameralisches Dorf. Das Banat als eine mit dem Schwerte eroberte Provinz wird kaiserlicher Besitz. Der Kaiser ist also nicht nur Landes- sondern auch Grundherr. Seine grundherrlichen Rechte übt er durch die Kammer aus. 1718 erhält Betschkerek das Recht Jahrmärkte abzuhalten. Wochenmärkte werden am Donnerstag abgehalten. 1719 wird ein Postamt errichtet. In der Folge wird ein Zollamt und ein Salzamt eingerichtet. 1716 kommen die ersten Deutschen als Handwerker, Händler, hierauf folgten bald Landwirte. |
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Ab 1722 |
wird die deutsche Kolonisation organisiert. In Betschkerek wollen die Kolonisten ( etwa 100 Familien ) jedoch nicht bleiben, so leben 1724 nur noch vier deutsche Familien im Betschkerek. Der Betschkereker Bezirk wird kartographisch aufgenommen. |
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1735 - 1737 |
Ein neuer Stadtteil mit dem Namen: "Neu-Barcelona" soll für spanische Ansiedler gebaut werden, diesem ist jedoch die banater Sumpfluft nicht bekömmlich, so wird der Plan nicht ausgeführt. |
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1737 |
30 deutsche Familien kommen mit Beograder Flößen nach Betschkerek. Mit der zahlreicheren Niederlassung von katholischen Deutschen wird auch deren seelsorgerische Versorgung verbessert. 1737 wird ein Pfarrhaus gebaut. |
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1719 |
Die Pest wütet in Betschkerek- Türkenüberfälle und Volksaufstände verwüsten die Stadt. Die meisten Bewohner sind geflohen. Die ersten Madjaren kommen nach Betschkerek. |
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1740 |
Hungersnot in Betschkerek. Am 7. Juli 1741 dringt eine Räuberbande in den Ort ein, und übt Gewalttaten aus. |
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1747 |
zählt Deutsch-Betschkerek 49 "Mitnachbarn" wovon 11 ungarische, und 3 slawische Namen haben. |
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1762 - 1763 |
Bau der r.k. Pfarrkirche, die dem heiligen Nepomuk geweiht wird. |
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1766 |
leben in Deutsch-Betschkerek 50 deutsche, 26 madjarische, 17 serbische katholische Familien mit insgesamt 446 Mitgliedern. |
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1769 -1782 |
Betschkerek als Marktflecken. Nach einem Besuch von Kaiser Josef II notiert er in sein eigenhändig geführtes Reisejournal, daß Betschkerek eine ziemlich große Gemeinde sei. In seinem Memorandum an seine Mutter, die Kaiserin Maria Theresia sagt er: " Nach meiner Erfahrung ist Betschkerek der gesündeste Ort im Banat. Der Betschkereker Verwaltungsamtsdistrikt ist der fruchtbarste. Um Betschkerek breiten sich die meisten zur Kolonisierung geeigneten Gründe aus. Der Ort ist groß genug. Es fehlt also nichts, als dem Präsidenten ein Haus zu bauen, zur Unterbringung der Amtskanzleien und des Archives..." Dieses außerordentlich lobende Urteil hat Folgen. Am 6. Juni 1769 erhält Betschkerek die Stadtrechte. An der Spitze steht ein Richter mit acht Magistratsräten ( 5 Serben und 3 Deutsche ). Die Bewohner werden frei erklärt sie bestanden aus zwei Klassen: Bürger (Handelsleute und Gewerbetreibende ) und Kleinhäusler, die vom Feld- und Weinbau und vom Taglohn leben. Der Magistrat untersteht dem Kameralverwalter als königlichem Kommissär. |
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1773 |
zählt man in Betschkerek- 721 serbische und 96 deutsche Häuser. |
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1778 |
wirken an der serbischen Schule ein Lehrer an der deutschen 2 Lehrer. |
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1778 |
Das "Temeschwarer Banat" wird in Ungarn einverleibt, am 8. Juni 1778 übernimmt Graf Kristof Nitzky die Provinz für Ungarn. |
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1779 |
Am 23. April 1779 errichtet Maria Theresia das Torontaler Komitat. Betschkerek wird Komitatshauptort. Die Bevölkerung befürchtet eine Alleinherrschaft des ungarischen Adels. 1788 stehen 900 Häuser, in der Josefinischen Zeit erhält die deutsche Bevölkerung einen wesentlichen Zuwachs. |
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1782-1788 |
werden 36 neue Häuser für 36 deutsche Kolonistenfamilien in der späteren deutschen Gasse gebaut. |
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1795 |
erhält Betschkerek eine Mittelschule mit den unteren Klassen eines Gymnasiums. |
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1798 |
zählt Betschkerek 1187 Katholiken, die Tochtergemeinden Elemir und St.Michael zusammen 429. |
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1807 |
Am 30. August 1807 vernichtet ein Großfeuer große Teile der Innenstadt. In der Folge baut das Komitat ein neues Komitatshaus das 1816 erst vollendet wird. |
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1821 |
werden in Betschkerek 2964 r. katholische, 8071 gr.othodoxe, 205 evangelische, 42 helvetische und 253 jüdische Bewohner, zusammen 11.335 Seelen gezählt. 1827 zählt Betschkerek 13012 Bewohner. |
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1831 |
Die Cholera wütet in. Betschkerek - 174 Bewohner sterben. |
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1832 |
Ein Großfeuer in der Ungarischen Gasse zerstört in zwei Stunden 63 Wohnhäuser und 33 Wirtschaftsgebäude. |
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1846 |
Betschkerek zählt 16.616 Bewohner. Eröffnung eines Gymnasiums mit sechs Klassen. |
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1848 |
Revolutionswirren mit Auseinandersetzungen zwischen ungarischen und serbischen Fronten. Knicanin von Tomasevac war einer der serbischen Anführer. |
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1849 |
Am 18. November 1949 wird- das österreichische Kronland "Serbische Wojwodschaft und Temescher Banat" mit deutscher Amtssprache ins Leben gerufen. Betschkerek wird zum Sitz der Behörde des "Groß-Betschkereker Kreises", welcher dem früheren Torontaler Komitat entspricht. |
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1861 |
wird das Banat auf Grund einer Entschließung des Kaisers in Wien, wieder Ungarn einverleibt. Dies erregt große Unzufriedenheit unter der serbischen Bevölkerung, die die Mehrheit bildet. |
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1867 |
Mit dem Vertrag zum Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn wird die Unzufriedenheit der Serben noch größer, sie stellen einen Forderungskatalog auf, der den Vertretern der Verwaltung übereicht wird. Die deutsche Bevölkerung ist von diesen Entwicklungen weitestgehend ausgeschlossen. Der Einfluß der madjarischen Bevölkerung wird von der ungarischen Zentralverwaltung stark gefördert. Durch die Ansiedlung von weiteren 400 ungarischen Familien im neuen Stadtteil Muzla nimmt dieser Bevölkerungsanteil ständig zu. |
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1879 |
Wird die madjarische Sprache als Unterrichtssprache eingeführt. |
| 1883 | Erste Eisenbahnverbindung zu Westeuropa über Groß-Kikinda. Innerhalb von 10 Jahren wird ein Eisenbahnstreckennetz von rd. 270 Km, mit 51 Bahnstationen im Bezirk Betschkerek gebaut. |
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1890 |
sind unter den Bewohnern von Betschkerek der Sprache nach 7969 Serben, 7874 Deutsche, 5116 Madjaren, 417 Slowaken, 382 Rumänen, 51 Kroaten, und 125 Andere. |
| 1892 | Anschluss an das internationale Telefonnetz |
| 1895 | erhält ein Elektrizitätswerk, welches ab |
| 1896 | die öffentliche Beleuchtung besorgt |
| 1898 | Schmalspurbahn Betschkerek - Hatzfeld 67 Km |
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1900 |
gibt es 9288 Madjaren, 8091 Serben, 8055 Deutsche, 423 Slowaken, 281 Rumänen, 70 Kroaten und 199 Anderstsprachige also insgesamt 26.327 Bewohner |
| 1902 | Bis 1902 bestanden über die Bega zwei Holzbrücken, diese werden durch zwei eiserne Brücken ersetzt. |
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1910 |
ergibt eine Volkszählung 4867 Wohnhäuser mit 26.006 Bewohner. Davon sind 26,3 % Slawen, 26,0% Deutsche, 35,5% Madjaren, 2,7% Andere. |
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nach 1918 |
entsteht das "Königreich der Serben, Kroaten, und Slowenen" wozu auch die Stadt Betschkerek gehört. |
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1921 |
ergibt eine Volkszählung 27.298 Bewohner. Davon sind 42,7% Slawen, 28,9% Deutsche, 26,8% Madjaren, l, 6% Andere. |
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1929 |
Unter König Alexander I, entsteht die "Königsdiktatur" Jugoslawien. |
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1941 |
Jugoslawienfeldzug, das jugoslawische Banat wird unter deutsche Besatzungsverwaltung gestellt. |
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1944 |
Anfang Oktober 1944,als die Sowjetische Armee überraschend schnell vor Gross- Betschkerek stand,sind viele Deutsche Bürger über eine bei Aradaz errichtete Ponton-Brücke über die Theiss nach Westen geflüchtet.Viele Deutsche Bürger, die nicht geflüchtet waren ,werden bereits im Oktober 1944 ermordet. Auf Grund der AVNOJ-Beschlüsse werden die zurückgebliebenen Deutschen enteignet und entrechtet.. Viele werden in die eingerichteten Konzentrationslager transportiert, nach Russland zur Zwangsarbeit verschleppt und nur wenige blieben in Gross-Betschkerek. Die geflüchteten und die später freigekommenen Deutschen aus Gross-Betschkerek bzw. deren Nachkommen sind heute überwiegend in Österreich und in Deutschland.Viele sind auch in die USA, Kanada sowie nach Brasilien, Argentinien oder Australien ausgewandert.. Nach mehr als 225 Jahren ist der deutsche Anteil an der Bevölkerung von Gross-Betschkerek (Zrenjanin ), der in der Stadtentwicklung zeitweise sogar den höchsten Bevölkerungsanteil stellte,fast ganz verschwunden. |